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Tarifrunde der Länder 2017

Öffentlicher Dienst

700 Streikende im ganztägigen Warnstreik im Länder Tarifkonflikt!

Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder 2017

 
Protestnote an Regierungspräsidentin am Dienstag überreicht!

Kretschmann soll für Beschäftigte aktiv werden!

Rund 700 Streikende versammelten sich heute in Freiburg. Zu einem ganztägigen Warnstreik hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Rahmen der laufenden Tarifrunde für die Landesbeschäftigten aufgerufen. Um 12.00 Uhr startete eine Demo durch die Freiburger Innenstadt mit einem Stopp vor dem Regierungspräsidium. Dort wurde eine Resolution der Streikenden an die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer überreicht. „Wir fordern ein Herz für die Beschäftigten mit 6 %“, lautete die Botschaft am Valentinstag an die Regierungspräsidentin. Diese nahm die Aufforderung an und versicherte den Protest der Beschäftigten an Ministerpräsident Kretschmann weiterzugeben.

Im Anschluss fand gegen 12.30 eine Kundgebung auf dem Augustinerplatz, bei der die ver.di Landesvizechefin Hanna Binder die Forderung nach 6 % betonte. „die Beschäftigten haben kein Verständniss für die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen! Wir erwarten von Herrn Kretschmann einen aktiven Part!

Landesweit beteiligten sich über 4000 Beschäftigte an den Aktionen der Gewerkschaft ver.di. Dies ist Teil von bundesweiten Warnstreiks und Protestaktionen der Beschäftigten der Länder. Betroffen sind Schulen, Universitäten, Studentenwerk, Polizei, Zentren für Psychiatrie, Justizverwaltung oder Autobahnmeistereien.

Das kündigte die Gewerkschaft ver.di nach der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder an, die weitgehend ergebnislos verlaufen ist. Kleinere Aktionen hatte es bereits in den vergangenen Tagen gegeben.

Bei den zweitägigen Gesprächen am 30. Und 31. Januar gab es keine konkreten Ergebnisse oder Angebote der Arbeitgeberseite, wie Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent Plus für viel zu hoch hält.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen im Gesamtvolumen von sechs Prozent. Dies beinhaltet eine soziale

Komponente in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages und die Einführung der Stufe 6 in den Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit 

von zwölf Monaten. Dabei soll die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie der Erzieherinnen und Erzieher in Berlin sowie bei den an den TVL gebundenen 

Studentenwerken und den Beschäftigten in der Pflege an die der Kommunen angeglichen werden. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 90 Euro, mehr Urlaub und die 

Übernahme nach der Ausbildung. Zudem sollen die schulischen Ausbildungsgänge, z.B. in den Gesundheitsberufen, in die Tarifverträge einbezogen werden. Darüber hinaus fordert ver.di den 

Ausschluss sachgrundloser Befristungen im öffentlichen Dienst.

Ein Durchbruch wird nun in der dritten Verhandlungsrunde vom 16. Februar an erwartet. Es geht um die Bezahlung von rund einer Million Angestellten der Länder und um das Geld für 2,2 Millionen Beamte von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre, auf die das Ergebnis übertragen werden soll. In der Gesamtforderung stecken zahlreiche Einzelforderungen wie Verbesserungen für Beschäftigte mit langjähriger Berufserfahrung, Verbesserungen für Pflegekräfte und Sozialarbeiter sowie für Lehrer, für Auszubildende und die Justizverwaltung.